Sunday, October 28, 2007

kiev

da saß ich also am gate 21 des budapester flughafens und hab mich gewundert, warum meine maschine auf einmal nach pristina fliegen sollte, als mir klar wurde, daß malev, die ungarische fluggesellschaft klammheilmlich das gate der kiev-maschine geändert hatte... schon rannte ich also zum gate 28, um erleichtert festzustellen, dass alle noch in der schlange warteten...
im flieger ließ ich mir erstmal ne kopfschmerztablette geben, die mir das rumstehen und aufs taxi warten am morgen beschert hatte. meine sitznachbarin stellte sich als nathalia vor. wir kamen ins gespräch und sie erzählte mir, daß sie für open society international arbeitet, eine US-non-profit-organisation... sowas klingt immer total erfrischend, wie ich finde. außer, daß ich da immer auch so ein komisches gefühl habe, dass es sich um abm-maßnahmen für arbeitslose westler handelt. nehmen wir mal die welternährungshilfe der UN: eine freundin von mir war die sekräterin von einem der oberen herren in rom. ihr gehalt von etwa 4000 DM damals war schon beeindruckend für eine sekretärin, aber den vogel schoß ihr vorgesetzter mit 40.000 DM pro monat ab! HALLO!!??? dazu kamen dann nur first class flüge in die weite welt und 5 sterne hotel aufenthalte. dabei sinnierte man über die probleme der afrikanischen kinder... sehr nobel...
ich glaube die UN an sich ist ein abzockverein... das geht auch bestimmt in den anderen bereichen genauso, nur dass ich das nicht genau weiss...
wie auch immer, nathalia war die flugangst anzusehen und so versuchte ich sie mit einer konversation abzulenken. sie lebt in budapest und fliegt quer durch die welt... sie hat mich etwas zugetextet mit gott und der bibel, normalerweise hasse ich das aber bei ihr kam das nicht so missionarisch rüber, auch wenn sie mich eindringlich gebeten hat, mich beim lieben gott für meine (doch beachtlichen) sünden zu entschuldigen. ich erzählte ihr dann von kolumbianischen killern, die nach getaner arbeit einen teil ihrer gage beim örtlichen pfarrer abgeben und offiziell vergebung erhalten... das wiederholt sich dann regelmäßig, je nach bedarf und auftragslage... das würde natürlich nicht gehen, weil bla bla bla...

die ankunft in kiev lief relativ problemlos ab, der gelangweilte offizier an der passportkontrolle war mehr mit seinem feierabend beschäftigt, vermute ich. jedenfalls schaute er ständig auf seine armbanduhr... auf die frage, welche adresse ich ansteuere, antwortete ich wahrheitsgemäß mit “keine ahnung”. er : “KIEV?” und ich “DA!”
schwupps war ich draussen. marika, die promoterin des saxon clubs und ihr fahrer oleg standen gleich vorne, sodass wir sofort ins auto richtung kiev fuhren... der flughafen ist nämlich 12 kilometer außerhalb von kiev. wie sooft in ehemaligen warschauer pakt staaten reihten sich häßliche sowjet wohnsilos aneinander. einen hauch häßlicher als marzahn. ich habe da sofort assoziationen mit kommerzieller hühnerhaltung. drinnen sollen die aber nicht so schlimm sein.
das hotel war okay, eher unteres niveau aber ich gebe da nicht viel drauf. saubere bettwäsche reicht mir für die paar stunden, die ich üblicherweise mich drin rumwälze. an tiefen schlaf brauche ich gar nicht denken. nach dem check in ging es gleich weiter zum club forsage, wo ich fürstlich zu essen bekam, salat, suppe und einen steak mit pilzsoße... ich habe mir meinen apettit auch vom 120 km entfernten tschernobyl nicht verderben lassen. pilze sind ja bekanntlich besonders belastet.
das mit tschernobyl scheint auch ein wunder punkt zu sein. auf die frage, ob man noch die folgen der kernschmelze zu spüren bekommt, reagierte marika leicht gereizt und erklärte die weltberühmte schönheit der ukrainerinnen zu einer der folgen des supergaus.

nach dem deftigen essen ging’s zurück ins hotel, wo ich mich eigentlich nochmal mit den neuesten tracks befassen wollte, aber relativ schnell in einen unruhigen schlaf fiel. Mitten drin stand ich nur mit shorts bekleidet an der tür und habe panikartig minou gesucht. Wo verdammt noch mal hatte ich sie bloß gelassen? Voller erleichterung stellte ich fest, daß ich mal wieder schlafgewandelt war und legte mich wieder hin. Und schon klopfte es an der tür , wo marika etwas ungeduldig auf mich wartete. Ich muss den wecker ausgeschaltet haben und so musste ich mit verschlafenem blick in den club. Es hat mich etwas geärgert, denn ich finde das unprofessionell und es passiert mir äußerst selten. Der club war ein typischer club, wie man den in solchen ländern findet: drei etagen, zwei dancefloors. Eins mit R&B und der mainfloor mit electronischer musik. Die anlage war super fett und imgegensatz zu deutschland musste man nicht um zwei vernünftige cd spieler beteln, die standen wie selbstverständlich da. Ich frage mich, wann die deutschen und insbesondere die berliner endlich ins digitale zeitalter aufbrechen wollen... VINYL, VINYL, VINYL... Ich kann das nicht mehr hören!
Der freundschaftliche empfang durch marika und ihren freudn sascha (die heissen alle sascha oder serjoscha!!!) war dann auch mitverantwortlich dafür, dass ich wirklich ein gutes set hinlegen konnte. Ich bin 80% der zeit unzufrieden mit meinen sets aber diesmal lief alles wie am schnürchen. Vielleicht lag es aber auch dran, daß ich zu alkohol genötigt wurde... ;-))))
Da sie mein lieblingsdrink hemmingways nicht kannten, erklärte ich marika kurzerhand, was da alles reinkommt. Und wie das schicksal das so wollte, tranken wir gemeinsam die ganze nacht die leckeren drinks und waren guter dinge... Erst am ende kamen die mit etwas namens “mexikanski” um die ecke und nach dem ersten musste ich sofort die weisse flagge hissen. Au weia, noch eins und ich hätte wie motte ein paar wochen vorher einen bellydance par exellance hingelegt!
Der dj nach mir, dj light, kam mit weissem anzug und sonnenbrille ums eck und war etwas schleimig... Er war etwas überbegeistert ob unserer zusammenkunft. Er erzählte mir aber auch, was für ein toller hengst er ist nd wo er alles so auflegt in kiev und nächsten monat in sharm el sheikh. BITTE! Wenn ihr dj’s seid und andere dj’s trefft, nervt die nicht mit eurem monatsablauf, das interessiert nur äußerst bedingt...

am nächsten tag auf nach kiev

diesen text schreibe ich gerade aus dem budapester flughafen, auf dem weg nach kiev, wo ich heute abend auflegen werde. und fast hätte ich diese zeilen doch am rechner zuhause eintippen dürfen dank einer globalen verschwörung, geführt von streikenden lokführern und und unfähigen taxiunternehmen (030/2610126).
diese typen haben es geschafft, mich eine glatte halbe stunde vor dem haus warten zu lassen. als ich dann am ende etwas lauter wurde, kamen die mir mit dem bahnstreik... in der zeit, wo ich da stand, sind lauter leere taxis blind vorbeigefahren oder weigerten sich, mich zum flughafen zu fahren, da ich ja ein taxi gerufen hätte. WICHSER!
kaum haben die idioten die gelegenheit zu zeigen, dass es angenehmer ist, mit taxi zu fahren, versagen die auf der ganzen linie und werden auch noch patzig...
also nahm ich doch das auto und kam gerade mal so knapp am tegel an, dass ich das auto vor dem gate stehen ließ und zum schalter rannte. entweder ich erwischte den flug und die schleppten das auto ab oder ich verpaßte den flug und konnte das auto dann woanders hinstellen. mit viel überzeugungsarbeit und druck konnte ich die dame am check-in dabvon überzeugen, daß ich in diese scheiss maschine hineingehöre und selbst dazu bereit bin, dass das auto meinetwegen abgeschleppt wird. und siehe da, sie gab alles und ich erwischte den flieger...
nicole wird eventuell jetzt das auto abholen, wenn es klappt, wenn nicht, auch okay, denn den ganeausfall hätte ich mir echt nicht leisten können...
die taxi-typen werde ich mir abvorknüpfen... das internet ist ein gutes instrument, um sich gehör zu verschaffen...
so, meine maschine nach kiev wird gerade ausgerufen... bin gespannt auf kiev und party people dort...

stay tuned...

back home

die letzten tage in teheran waren trotz aller freude etwas überschattet von der vergänglichkeit der zeit. die zwei wochen vergingen wie im nu und plötzlich mussten wir schon wieder packen. besonders minou würde ihnen fehlen, die sich nach anfänglichem fremdeln ihnen voll und ganz geöffnet hatte. nicole und ich sind der meinung, daß sie einen gewaltigen schritt in ihrer entwicklung getan hat während dieser reise. es ist wie ein wunder, wenn babys sich zu kindern mit ihren ganz eigenen & bewußten bedürfnissen weiterentwickeln.
nicole hat die reise besser gefallen, als meine familie und ich uns das gedacht hätten... sie ist schon fast eine halbe perserin... etwas voreilig spracj sie davon, daß wir doch auch im iran leben könnten, ja sollten... aber ferien bei der familie und leben im iran sind zwei paar schuhe. sie wurde quasi abgeschirmt von dem harten alltag. nicht dass es nicht gehen würde, aber es ist nicht so harmonisch und einfach, wie es scheint... der verkehr, der einem jetzt noch ein staunendes lächeln abringt, würde zum alptraum werden und die meinungsfreiheit ist quasi nicht existent. wie in der DDR lauert überall verrat. für die iraner ist das normal aber selbst ich hätte da meine schwierigkeiten, im richtigen moment die klappe zu halten, geschweige denn nicole...
anyway, pünktlich zu unserer abreise kühlte die luft gewaltig ab und es gab sturm. am abend spielten die kinder etwas verrpückt, nader schlief mit der fernbedienung in der hand vor der glotze ein. das macht er wohl immer, um sich das verabschieden zu sparen. und nima war bis zum letztmöglichen moment bei uns, um beleidigt und ohne tschüss zu sagen abzuschwirren. sehr rührend, immer wieder... wir haben etwas übung darin aber ür nicole, ohnehin nahe am wasser gebaut, war das alles zuviel und so floss die eine oder andere träne.
gott sei dank konnte ich die bande davon abhalten, uns zum flughafen zu begleiten, denn das ist meistens sehr traurig. man muss sich eh sofort in den trubel stürzen und es ist besonders schmerzhaft für den, der dann zurückbleibt und den schweren heimweg alleine beschreiten muss. es lief eh alles relativ geschmeidig, außer dass die tschador-tussi bei der ausreise mir gesagt hat, dass nicole nicht nochmal ein visum bekommt und gefälligst den iranischen pass beantragen soll. normalerweise nicht tragisch, aber die botschaft in berlin stellt sich quer... naja, die schulden mir eh einen gefallen, wie aufmerksame blog-begleiter das ja wissen.
der rückflug war sehr entspannt, einen riesen dank an meine süsse minou, die sich mehr und mehr zu einer super mitreisednen hochschaukelt. sie hat ohne protest akzeptiert, dass sie um hab fünf uhr früh aus dem bett in ein taxi und zum flughafen geschleppt wird und während des fluges glatte drei stunden geschlafen. die restliche zeit bis hamburg waren wir dann mit essen und landeanflug beschäftigt. auch die zugfahrt ging sehr schnell vorbei, dank einer deutschen, die wirklich gut persisch sprach und saeed, der auch gerade aus teheran kam.... hatte was von einer klassenfahrt und federte die harte landung im kalten berlin ab.
ganz am ende im taxi konnte minou dann nicht mehr, aber hey, das ist ja wohl mehr als verständlich...

Sunday, October 21, 2007

Die zeit verfliegt hier rasend.

(diesen text muss mein freund ollie reinstellen, weil
ich hier einfach keinen zugang zu meinem blog
herstellen kann... zum kotzen!)

Die tage sind um einiges kuerzer jetzt im herbst, sodass um sechs uhr
bereits dunkel ist. Trotzdem fuehle ich mich als
halber mitteleuropaeer betrogen. Hier herrscht neun
monate im jahr gutes wetter und selbst der winter ist
zwar kalt, aber nicht so grau-in-grau wie wir aus
unseren breitengraden kennen. Die berge tun ihr
uebriges dazu, um ein erhabenes gefuehl zu empfinden,
besonders, wenn sie bis unten schneebedeckt sind. Im
iran gibt es sechsundzwanzig berge ueber dreitausend
meter, davon dreizehn ueber viertausend und den
spitzenreiter damavand mit
fuenftausendsechshunderteinundsiebzig metern…
(sorry, aber die zahlen muss ich alle ausschreiben,
denn die bekomme ich nicht umgewandelt in lateinische
zahlen!) ich hatte gerade ein bilderbandbuch meines
onkels in der hand, das von iranischen Bergen
handelt… deswegen die genauenzahlen… vorher kannte ich
auch nur den damavand…
Vorgestern waren die praesidenten der anrainerstaaten
des kaspischen meers im iran und verteilten sozusagen
die immensen bodenschaetze untereinander. Putin war
da und die anderen praesidenten ehemaliger
sowjetischen staaten
Es gab im voraus geruechte ueber einen anschlag auf
putin aber nichts dergeleichen passierte. Ausser man
meint die szene, wo die alle mit kopfhoerern da
sitzen und auf einmal laeuft zu begruessung der
koran. Putin, das alte pokerface hat sich ueberhaupt
nichts anmerken lassen, aber die anderen bekamen
gaaaanz grosse augen und einer nahm den kopfhoerer
runter… hahahaha… tja, die islamische republik kennt
da keinen pardon… da muss man durch… witzig war das
schon, aber meine mutter meinte, dass es sich nicht
gehoert, den koran so einzusetzen… sehe ich genauso…

Das ganze hat putin trotzdem nicht davon abgehalten,
ahmadinedschad nach moskau einzuladen… die bbc meinte
nur, wenn diese staaten eines gemeinsam haben, ist es
die antiamrikanische haltung… apropos ameika, ich
habe jetzt bilder von minou vor der ehemaligen
amrikanischen botschaft in teheran, die anno
schiessmichtot von den studenten gestuermt wurde.
An der wand gibt es lustige bilder mit der
freiheitsstatue mit totenkopf usw…
Dort sind uebrigens relativ guenstige laeden fuer
souvenire, falls ihr mal hier her verirrt…

nam

ps: checkt mal www.ahmadinejad.ir

Thursday, October 18, 2007

herbst in teheran

Es ist das erste mal seit dreiundzwanzig jahren, dass ich den herbst im iran ‎verbringe.als jugendlicher hab ich diese jahreszeit gehasst. Die dreimonatigen ‎sommerferien waren vorbei und man musste wieder zur schule. Mittlerweile ‎haben sich meine ansichten geaendert. Lernen zu duerfen ist ein privileg und ‎der herbst im iran traumhaft. Es sind angenehme achtundzwanzig bis dreissig ‎grad und nicht annaehrend fuenfzig wie im hochsommer. Es ist auch ein leichter ‎klimawandel zu spueren. Es gibt sogar im sommer regen, was vor ‎zweiundzwanzig jahren undenkbar gewesen waere.
ueberhaupt hat man als ‎besucher nicht gerade das gefuehl, sich mitten in der aches des boesen ‎aufzuhalten. Gestern waren wir im volkspark und Nicole war sehr verwundert ‎ueber die gepflegte schoenheit der anlage.auf dem weg dahin hab ich neue shops ‎von Benetton und sisley entdeckt, beide nicht gerade die inbegriffe ‎islam(ist)ischer ideen… aber damit hier nicht der eindruck entsteht, dass ich ‎meine heimat ueber den klee loben will, muss ich noch von der rueckfahrt vom ‎park erzaehlen. Denn hatte die hinfahrt noch fuenfzehn minuten gedauert, waren ‎wir auf dem rueckweg ueber eine stunde unterwegs, dank meiner exzellenten ‎beobachtungsgabe… ich war fuer einen moment der meinung, den weg zu ‎kennen und meine mutter schenkte mir auch noch (nacht)blind vertrauen. Das ‎ergebnis war eine zaehfluessige odyssee durch acht-spurig befahrene drei-spur-‎strassen.hier herrscht das gesetz des staerkeren mit dem dickeren untersatz. Mit ‎mamas kia pride befanden wir uns leider im unteren teil der nahrungskette und ‎kamen erheblich spaeter und versmogt an. Aber: auch hier tut sich etwas.die ‎regierung hat den spiritverbrauch pro person begrenzt auf einhundert liter pro ‎monat. Der literpreis betraegt paradiesische sieben cent!!! (gestern nacht war ich ‎mit meiner mutter extra nachts an der tanke und trotzdem mussten wir uns hinten ‎an die schlange stellen… dafuer hat einmal volltanken zwei euro siebzig ‎gekostet!) will man mehr fahren, muss man sich auf dem schwarzmarkt ‎bedienen und das vierfache bezahlen… fuer ein land mit den zweithoechsten ‎gas- und dritthoechsten oelvorkommen der welt reichlich absurd. Allerdings ist ‎der erzieherische aspekt dieser massnahme nicht zu verachten, denn die ‎menschen hier scheinen kaum ein gefuehl fuer umweltverschutzung zu haben. ‎So musste die regierung den kompletten oeffentlichen nahverkehr auf erdgas ‎umstellen und so ist die luft erheblich weniger belastet. Ausser man steckt in ‎einem dieser diabolischen gigastaus im feierabend verkehr!‎

Monday, October 15, 2007

der dritte tag...

(gestern war blogger.com nicht erreichbar, der vierte tag wuerde also besser passen!)

Nach der ereignisreichen anreise und dem fulminanten ‎empfang ist so etwas wie ruhe eingekehrt. Bitte nicht ‎missverstehen, persische ruhe hat mit der ‎mitteleuropaeischen nichts zutun. Am ersten tag gings gleich zum ‎kindergeburtstag wie besprochen, wo es relativ unislamisch ‎zuging und wir mehrere male unter staunen whiskey usw ‎abschlagen mussten. Das kind wurde mit geschenken ‎regelrecht bombardiert, geschenkpapier, ratsch, ‎geschenkpapier, ratsch… den inhalt konnte er sich bestimmt ‎nicht merken… auch sehr persisch… ;-)‎
Die kulisse haette aus einem bollywoodstreifen stammen ‎koennen, die charaktere auch… fuer nicole war das aeusserst ‎spannend, glaube ich…‎
Nach dem kalten essen (ich spare mir ab jetzt die ‎kulinarischen kuenste der iraner zu beschreiben, es ist halt ‎immer lecker bis megalecker…) sind wir mit den kids nach ‎hause. Nicole stellte am abend fest, dass die perser sehr ‎kinderlieb sind und das stimmt auch. Das land hat nicht ‎umsonst eine der juengsten bevoelkerungen der welt. ‎
Am naechsten tag waren dann naehere verwandte zu besuch ‎und es gab gegrilltes… nader und nima sind extrem lieb zu ‎minou und spielen mit ihr, obwohl nader zehn und nima sechs ‎sind… komplett andere zielgruppe also. Ich bin super stolz auf ‎die beiden, entwickeln sich zu richtigen maennern mit herz!‎
Auf dem kinderspielplatz unten im park wurde nicole dann ‎zeuge von dem umgang iranischer kinder mit tieren. Sie war ‎entsetzt und ich musste die jungs zurueckpfeiffen, damit ihr ‎nicht der kragen platzt. Es erinnert mich stark an indien. In ‎beiden laendern moechte ich nicht unbedingt ein streunender ‎hund sein, oder eine katze… hart im nehmen ist hier eine absolute ‎ueberlebensfrage.‎
Im park sind fitness geraete fuer jedermann aufgestellt ‎und geniessen einen hohen zulauf. Man sieht dann frauen mit ‎kopftuch und dem 'manto', einen laengeren, leichten mantel, den die frauen tragen muessen auf den ‎geraeten rumturnen. Nicole fand das lustig... ‎
Minou hat husten und ihre nase laeuft. Bei dreissig grad ‎bestimmt kein vergnuegen, aber sie ist sehr tapfer. Auch wenn ‎sie noch fremdelt, taut sie doch merklich auf. Nima ist ihr ‎auserkorener freund, sie laesst sich aber auch von den ‎anderen mit essbarem bestechen… ;-)‎
Ich bin mir langsam sicher, dass nicole hier ihren spass hat. ‎Das mit dem kopftuch ist zwar laestig, aber dadurch, dass man ‎es locker auf dem kopf tragen kann und nicht wie die ‎tuerkischen frauen in berlin total zugeknoepft, kommt sie damit doch ‎besser klar, als ich gedacht haette. Minou wollte es am anfang ‎immer runter reissen, hat aber auch mittlerweile das interesse ‎daran verloren.‎
Heute abend hab ich dann nicole mit einem woerterbuch ‎bewaffnet in begleitung von meiner schwester marjan ‎rausgeschickt. Minou war zwar davon nicht so begeistert aber ‎da musste sie durch. Als sie dann wieder kam, hatte sie ein ‎paar teheraner besonderheiten kennengelernt, wie etwa das ‎ueberqueren der vali asr strasse und den besuch einer ‎persischen konditorei… und manches hat sie regelrecht ‎umgehauen. Im supermarkt hat meine schwester den einkauf ‎einfach stehen lassen und nicole erklaert, dass das ganze ‎nach hause geliefert wird… ohne extrakosten… HAHAHAHA… ‎man kann da sogar anrufen und seinen einkauf bestellen, die ‎kassieren dann an der tuere… und hatte sie vor der reise noch ‎bedenken, dass es vieles hier nicht gibt, meinte sie nur zu mir: ‎‎'hier gibt's alles, was es bei uns gibt, aber auch vieles, was es ‎bei uns NICHT gibt!'. Fazit: wer sich hier aus der politik ‎raus und aber dafuer an die regeln haelt, kann ein sehr entspanntes ‎leben fuehren, mal von dem verkehr abgesehen… bis die ‎tage…‎

Nam
Nic
min

Friday, October 12, 2007

turbulenzen

es fing schon auf dem weg im taxi zum flughafen an. ich hatte meine beiden paesse, nicoles pass + visa und minou's frisch gestempelten reisepass dabei. im taxi meinten nicole und ich doch, dass es besser waere, den persischen ausweis noch mitzunehmen. also high speed zurueck. immer noch on time gings zum hauptbahnhof, wo der fahrstuhl nicht ging und wir panikartig einen weiteren weg zum gleis 7 suchten. voellig ausser atem sassen wir im zug und waren entspannt... minou spielte und flirtete mit einem typen mit brille und laptop.
in hamburg angekommen, gingen wir zur bushaltestelle. minou hatte mittlerweile schon etwas die lust verloren und schlief sofort im bus ein... alles bestens, supergut in zeit kamen wir am flughafen hamburg also an.
da wir sehr fruehzeitig da waren, standen die chance auf gute plaetze im iran air flieger nicht schlecht. als wir an der reihe waren, dann der schock: sie sagten, dass minou nicht in meinem iranischen passport eingetragen und somit nicht fliegen konnte. ich war amboden zerstoert. die hatten in der botschaft extra meinen passport noch mitgenommen, um sie einzutragen und ich esel hatte es nicht ueberprueft!!!
katastrophaler als dies jedoch: meine wehrpflichtbefreiung war abgelaufen, ich haette also das land spaeter nicht verlassen duerfen und hier nur scherereien gehabt...
ich rief meine mutter ueber handy an und war gerade dabei, ihr zu sagen, dass ich das risiko nicht eingehen wollte, als die vom iran air schalter mich riefen und ein mitarbeiter vom hamburger konsulat sich freundlicherweise unserer sache annahm... "das kannst du vergessen, du hast ja gar nichts dabei!" meinte er. ich erklaerte ihm, dass die berliner iran-botschaft mich nicht korrekt aufgeklaert haetten, was auch stimmt. ich esel hatte denene alle tatsachen aufgezaehlt und gefragt, was man machen muss, damit alles ohne reibereien vonstatten geht. nicole war mittlerweile komplett aufgeloest und traenen huschten ueber ihr gesicht. ich war voller schuldgefuehle, dass ich die beiden und meine familie in teheran in solche situation gebracht hatte und war schon mit den konsquenzen innerlich beschaeftigt, als der eine iraner vom konsulat zu mir kam und meinte: "pass mal auf, du schnappst dir jetzt n taxi und faehrst zum konsulat, die wissen bescheid. der fahrer soll draussen warten. um halb 1 bist du aber wieder hier, sonst ist alles zu spaet!" er gab mir die adresse und ich rannte zum taxistand, erwischte einen afghanischen fahrer, der mitsolch einem harten akzent persisch sprach, dass ich nur eine weile brauchte um zu verstehen, dass er meine sprache spricht... der text war nicht gerade pro-amerikanisch und er hoffte, dass die nicht auch in den iran einmarscheiren, die amis... wie ich auch...
am konsulat sprang ich raus und sah von weitem die schlange und war wiederholt komplett entmutigt... die sahen mich aber und sagten ab zum schalter 1. dankbar dafuer, dass die wussten was los ist, ging ich dahin und mussten einen aelteren herren in plauderlaune um seinen vorzeitigen abgang vom schalter bitten. er tat es mit verstaendnis und so erklaerte ich meine situation>: fatalerweise hatte ich meinen persischen ausweis nicht dabei, weil ja zum reisen der pass reicht... bei sowas allerdings wollen die IMMMER den ausweis! die schuettelten den kopf, gaben mir mehrere persische formulare und ich sollte die ausfuellen... mein geschriebens farsi ist eine katastrophe... und das lesen unter hochdruck faellt mir umso schwerer....
ich tat, wie mir geheissen und gab mein bestes, ueberzeugt davon, dass die tausend fehler beanstanden werden... aber, zu meiner ueberraschung, waren die sehr sehr sehr hilfsbereit. nach einer gefuehlten ewigkeit und beginnender resignation, kamen die und gaben mir meinen pass mit minou eigetragen und wehrdienstbefreiung... ich kann gar nicht genug betonen, wie unglaublich diese geschitchte ist. skuril...
der fahrer war noch da und gab seine geopolitischen theorien zum besten waehrend er zum flughafen raste... es gab noch eine schlange vor dem schalter und wir schafften es als letzte passagiere einzuchecken. das unfassbare, der erste mitarbeiter hatte unsere plaetze freigehlaten, weil baby dabei und so hatte minou viel platz und wir einen wunderschoenen flug.(nicole meinte, sie hat selten solch einen guten flug erlebt, alle waren sehr sweet zu minou und das essen war der hammer!)
der empfang am flughafen war dann auch aller erste sahne. meine gesamte familie war da. samt onkel khosro. ich glaube, der macht das nicht fuer viele leute.. ;-)
sie waren auch alle erleichtert, dass wir doch noch den flieger erwischt haben. puuuh...
ich glaube, es ist alles sehr eigenartig fuer noicole hier. im taxi heute zu einem kindergeburtstag sollte ich den fahrer etwas fragen. der meinte nur "sie wird dir noch loecher in den bauch fragen, wir sind hier ausserhalb der weltgemeinschaft!".
minou ist wirklich sehr sehr tapfer, macht alles super iit und wir sind super stolz auf sie.

was mich hier wieder ankotzt. ist die rigide zensur des internets. ich erreiche jetzt 2 wochen lang meine emails nicht, weil spamarrest auf index ist... myspace sowieso... so bin ich halt komplett abgeschnitten von meinem business... was das wohl kostet...

gruesse aus dem noch heissen teheran...

nam
nic
min

Tuesday, October 09, 2007

ab nach teheran...

es ist wieder soweit, ich fahre wieder nach teheran, allerdings mit frau und kind diesmal... wir sind noch gar nicht dazu gekommen, so etwas wie nervösität zu empfinden, weil noch soviel vor der reise erledigt werden musste, beruflich und privat...
langsam werde ich aber nervös, weil dieser bahnstreik der lokfürhrer seinen vorläufigen höhepunkt ausgerechnet am tage unserer abreise erreicht. wir fahren nämlich mit dem bahnzubringer nach hamburg und dann direkt nach teheran. die günstigste und beste variante. lufthansa nimmt fast das dreifache... naja, falls die sich nicht einigen, werden wir wohl in den saueren apfel beissen und mit dem auto nach hamburg fahren...
das wetter in teheran ist momentan super, 25-26 grad am tage und sonnenschein...
wen es interessiert, wir werden auch aus der achse des bösen berichten, soweit wir internetzugang haben... alles nicht so einfach manchmal aber normalerweise doch möglich...

nam