Thursday, December 06, 2007

guangzhou (ehemals canton)

ich hatte die veranstalter gebeten, dass ich direkt nach dem gig nach guangzhuo fliege, sonst hätte ich keine zeit gehabt, mir die stadt anzuschauen, zumindest ein bisschen.
so ging ich direkt nach dem gig (ich hätte von 1-3:30 spielen sollen und hab bis 6 sgepsielt, weil die das so wollten und mir das echt spass gemacht hat...) zum hotel, kurz geduscht und wieder zum flughafen. es lief alles geschmeidig und schon sass ich im flieger und konnte die drei stunden bis guangzhuo etwas entspannen. es gab wieder undefinierbares zeug zum essen, war aber sehr lecker... ich hoffe, es war nicht hund, denn da unten essen die wohl alles...
am flughafen wurde ich von einem lustigen typen namens simon abgholt. er sprach im gegenteil zu meinem pekinger begleiter fujen gut english, mit dem typisch liebenswerten akzent.
da ich während des fluges nicht richtig schlafen konnte, sind wir gleich zum hotel, wo ich mich 2 stunden hinlegen konnte, denn die stadt wollte ich bei tageslicht anschauen. hier in südchina ist es jetzt 25 grad und total angenehm, kaum abgase und die können kochen.
ein riesiger fluss durchquert quangzhuo, früher das tor zum china. jeder ausländer, der weiter rein wollte, musste hier ankommen. von hier aus haben die engländer auch ihren opiumkrieg angfangen. schweine. due sind für ganz viel elend auf diesem planeten verantwortlich.
überall stehen dicke hochhäuser aber auch traditionelle chinesische gebäude. entlang des flusses gibt es eine unglaublich reihe von clubs und bars, die wohl alle 7 tage die woche voll sind. hier geht was.
nach einem kurzen und auch nötigen schläfchen ging es also zum club, wo ich vorher schon meinen traktor scratch angeschlossen hatte, für alle, die nicht wissen, was das ist: traktor scratch ist ein digitales system zum auflegen, das von speziellen schallplatten (oder cds) gesteuert werden kann. digitale möglichkeiten, analoges feeling also.
im voraus war ich schon vorgewarnt worden, dass es sich um einen kommerzielleren club handelt, der nur zum geld verdienen dienen sollte.
als wir um 23:30 ankamen, war der laden schon voll mit chinesen, flaschenweise whisky über all. es war klar, hier geht es primär ums saufen, dementsprechend war die tanzfläche 3x4 m und das in einem 200 qm club... ;-)
als simon und ich so alleine mit einer flasche whisky am tisch standen, kam die eine betreuerin auf die glorreiche idee, für uns begleitung zu besorgen und kam mit 2 teens wieder... ich bin mir sicher, dass die eine 15-16 jahre jung war, falls das mal reicht... simon war erstaunt aber auch nicht abgeneigt. vorher am nachmittag meinte er zu mir, dass er schon 300-400 mädchen hatte. als ich ihn auf AIDS ansprach, meinte er allen ernstes, du musst nur aufpassen, dass die jung genug sind, 14-15 wäre sicher... tja, so läuft das in manchen gegenden...
schnell war klar, dass die beiden uns abfüllen sollten, denn sie begannen mit uns zu würfeln und der verlierer musste sein glas auf einmal leeren... gott sei dank hatte ich glück und die tante musste selber zwei mal ran und schon war ich dran mit auflegen...
erst dachte ich, dass die gleich in scharen den raum verlassen werden, weil ich bei weitem nicht so kommerziell auflegen kann und will, aber die haben mich eines besseren belehrt und am ende wurde sogar zu richtig zünftigem techno getanzt und gefeiert.
mit an dieser euphorie beteiligt waren auch eine gruppe italienische studenten, die sich aber leider sehr kolonialherrenmässig verhielten. die meisten ausländer, die ich da gesehen habe, wussten mit der gastfreundschaft der chinesen nicht richtig umzugehen und waren geradezu rüde... ich mag das nicht... das ganze ist auch in indien gang und gäbe und relativ eklig.
nach 2 stunden war ich dann fertig und hab mir die szenerie bei einem gläschen whisky cola reingezogen. die djs dort spielen gerne elektro house der billigeren variante, zum teil mit chinesischen vocals, was schon extrem ins lustige abdriftet. die leute fanden es aber doch gut.
auf dem weg ins hotel war ich dann in einem 7-11, wenn es mich nicht täuscht, eine amerikanische lebensmittelhandelkette, die um 3 uhr morgens noch auf hatte. ich liebe das. man holt sich noch was kleines zum knabbern und was zu trinken, einfach genial. als ich da rauskam, war simon etwas panikartig auf der strasse auf der suche nach mir. ich hatte ihm gesagt, dass ich jetzt ins hotel gehe, weil er noch eine begleiterin für die nacht suchte. sie hatte ihm aber einen korb verpasst und so gingen wir in unsere zimmer.
am nächsten morgen hat er mich dann zu einem restaurant geführt, wo es kantonesisches essen gab, das ich mein leben lang nicht vergessen werde.
die verschiedenen zutaten waren so fein abgestimmt, dass man sie alle einzeln schmecken konnte. es hatte was richtig sinnliches und jetzt erst weiss ich, was das sprichwort bedeutet: die liebe geht durch den magen...
apropos: neulich hab ich meine nichte shiva zum vietnamesen geführt und zuhause hat sie nebenbei bemerkt, dass sie bestimmt mal einen vietnamesen heiraten werde... ;-)

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