Friday, October 12, 2007

turbulenzen

es fing schon auf dem weg im taxi zum flughafen an. ich hatte meine beiden paesse, nicoles pass + visa und minou's frisch gestempelten reisepass dabei. im taxi meinten nicole und ich doch, dass es besser waere, den persischen ausweis noch mitzunehmen. also high speed zurueck. immer noch on time gings zum hauptbahnhof, wo der fahrstuhl nicht ging und wir panikartig einen weiteren weg zum gleis 7 suchten. voellig ausser atem sassen wir im zug und waren entspannt... minou spielte und flirtete mit einem typen mit brille und laptop.
in hamburg angekommen, gingen wir zur bushaltestelle. minou hatte mittlerweile schon etwas die lust verloren und schlief sofort im bus ein... alles bestens, supergut in zeit kamen wir am flughafen hamburg also an.
da wir sehr fruehzeitig da waren, standen die chance auf gute plaetze im iran air flieger nicht schlecht. als wir an der reihe waren, dann der schock: sie sagten, dass minou nicht in meinem iranischen passport eingetragen und somit nicht fliegen konnte. ich war amboden zerstoert. die hatten in der botschaft extra meinen passport noch mitgenommen, um sie einzutragen und ich esel hatte es nicht ueberprueft!!!
katastrophaler als dies jedoch: meine wehrpflichtbefreiung war abgelaufen, ich haette also das land spaeter nicht verlassen duerfen und hier nur scherereien gehabt...
ich rief meine mutter ueber handy an und war gerade dabei, ihr zu sagen, dass ich das risiko nicht eingehen wollte, als die vom iran air schalter mich riefen und ein mitarbeiter vom hamburger konsulat sich freundlicherweise unserer sache annahm... "das kannst du vergessen, du hast ja gar nichts dabei!" meinte er. ich erklaerte ihm, dass die berliner iran-botschaft mich nicht korrekt aufgeklaert haetten, was auch stimmt. ich esel hatte denene alle tatsachen aufgezaehlt und gefragt, was man machen muss, damit alles ohne reibereien vonstatten geht. nicole war mittlerweile komplett aufgeloest und traenen huschten ueber ihr gesicht. ich war voller schuldgefuehle, dass ich die beiden und meine familie in teheran in solche situation gebracht hatte und war schon mit den konsquenzen innerlich beschaeftigt, als der eine iraner vom konsulat zu mir kam und meinte: "pass mal auf, du schnappst dir jetzt n taxi und faehrst zum konsulat, die wissen bescheid. der fahrer soll draussen warten. um halb 1 bist du aber wieder hier, sonst ist alles zu spaet!" er gab mir die adresse und ich rannte zum taxistand, erwischte einen afghanischen fahrer, der mitsolch einem harten akzent persisch sprach, dass ich nur eine weile brauchte um zu verstehen, dass er meine sprache spricht... der text war nicht gerade pro-amerikanisch und er hoffte, dass die nicht auch in den iran einmarscheiren, die amis... wie ich auch...
am konsulat sprang ich raus und sah von weitem die schlange und war wiederholt komplett entmutigt... die sahen mich aber und sagten ab zum schalter 1. dankbar dafuer, dass die wussten was los ist, ging ich dahin und mussten einen aelteren herren in plauderlaune um seinen vorzeitigen abgang vom schalter bitten. er tat es mit verstaendnis und so erklaerte ich meine situation>: fatalerweise hatte ich meinen persischen ausweis nicht dabei, weil ja zum reisen der pass reicht... bei sowas allerdings wollen die IMMMER den ausweis! die schuettelten den kopf, gaben mir mehrere persische formulare und ich sollte die ausfuellen... mein geschriebens farsi ist eine katastrophe... und das lesen unter hochdruck faellt mir umso schwerer....
ich tat, wie mir geheissen und gab mein bestes, ueberzeugt davon, dass die tausend fehler beanstanden werden... aber, zu meiner ueberraschung, waren die sehr sehr sehr hilfsbereit. nach einer gefuehlten ewigkeit und beginnender resignation, kamen die und gaben mir meinen pass mit minou eigetragen und wehrdienstbefreiung... ich kann gar nicht genug betonen, wie unglaublich diese geschitchte ist. skuril...
der fahrer war noch da und gab seine geopolitischen theorien zum besten waehrend er zum flughafen raste... es gab noch eine schlange vor dem schalter und wir schafften es als letzte passagiere einzuchecken. das unfassbare, der erste mitarbeiter hatte unsere plaetze freigehlaten, weil baby dabei und so hatte minou viel platz und wir einen wunderschoenen flug.(nicole meinte, sie hat selten solch einen guten flug erlebt, alle waren sehr sweet zu minou und das essen war der hammer!)
der empfang am flughafen war dann auch aller erste sahne. meine gesamte familie war da. samt onkel khosro. ich glaube, der macht das nicht fuer viele leute.. ;-)
sie waren auch alle erleichtert, dass wir doch noch den flieger erwischt haben. puuuh...
ich glaube, es ist alles sehr eigenartig fuer noicole hier. im taxi heute zu einem kindergeburtstag sollte ich den fahrer etwas fragen. der meinte nur "sie wird dir noch loecher in den bauch fragen, wir sind hier ausserhalb der weltgemeinschaft!".
minou ist wirklich sehr sehr tapfer, macht alles super iit und wir sind super stolz auf sie.

was mich hier wieder ankotzt. ist die rigide zensur des internets. ich erreiche jetzt 2 wochen lang meine emails nicht, weil spamarrest auf index ist... myspace sowieso... so bin ich halt komplett abgeschnitten von meinem business... was das wohl kostet...

gruesse aus dem noch heissen teheran...

nam
nic
min

1 comments:

sam said...

VIVA LA REVOLUTION:
Ein Soldat in Uniform kommt atemlos die Straße entlang gerannt und bleibt vor einer Nonne auf dem Bürgersteig stehen.
„Bitte, Schwester!“, japst er, „Darf ich Ihnen für ein paar Minuten unter den Rock kriechen? WARUM, das erkläre ich Ihnen gleich.“
So seltsam ihr es auch vorkommt, sie gewährt ihm doch sein Ansinnen.
Im selben Moment kommt eine zweiköpfige Polizeistreife um die Ecke gebogen. Auf die Frage, ob sie einen Soldaten habe vorbeirennen sehen, zeigt die Nonne in eine Richtung und sagt: „Da ist er lang gerannt.“
Kaum ist die Luft wieder rein, wagt sich der Flüchtling aus seinem Versteck hervor und sagt: „Ich weiß nicht, wie ich Ihnen danken soll, Schwester. Aber Sie müssen eines wissen: Ich will einfach nicht in den Irak!“
Die Nonne sagt, dafür habe sie vollstes Verständnis.
Der Soldat fährt fort: „Aber erlauben Sie mir, Ihnen noch etwas zu sagen. Ohne Ihnen zu nahetreten zu wollen, ich habe noch nie so ein hübsches Paar Beine gesehen wie grade eben.“
Die Nonne erwidert: „Hätten Sie noch etwas höher nachgeforscht, wären Sie auf das süßeste Paar Eierchen gestoßen, das Sie je gesehen haben! Ich will nämlich auch nicht in den Irak.“