Wednesday, December 26, 2007

lichtfabrik, haarlem holland

ich hoffe, ihr hattet alle ein frohes fest.
ich meinerseits hatte eins, mit der familie meiner freundin im schönen ostfriesland. noch während der bescherung nahm ich dann das auto von meinem freund helmut und gab mit seiner hilfe haarlem als zielort in die navi ein und ab gings. 370 km bis zum ziel.
die strassen waren entsprechend meiner erwartungen menschenleer und so konnte ich gelassen schnell richtung holland fahren. das navigationssystem war dabei eine grosse hilfe, die mich nur einmal fast in den gegenverkehr geleitet hat. allerdings in haarlem war es schluss mit lustig, denn dort kam die navi nicht mehr mit den strassen klar, selbst mit den hauptplätzen dieser relativ kleinen schönen stadt.
nach einigem rumkurven erkannte ich die kirche, die letztes mal vorm hotel stand. man kann dort nicht mit dem auto hin, wegen denkmalschutz und alle strassen sind um die kanäle rum einbahnstrassen. so lief ich ein paar hundert meter zum hotel, checkte ein und fragte nach, wo ich das auto unerbringen kann. es gibt in haarlem kaum parkplätze, aber dafür gebührenpflichtige parkhäuser. nach dem ich eine viertel stunde durch die gegend gekurvt bin, brachte ich das auto einer tiefgarage unter und verliess relativ orientierungslos das parkhaus. aber weihnachten sei dank leuteten die kirchenglocken jetzt und ich konnte meinen weg zurück zum hotel finden. danke jesus!
im steakhouse erregte ich alleinsitzend dann das mitleid aller anwesenden samt kellnern, die mich für ein einsames armes schwein helten... ;-) eine frau kam rüber und sagte erst auf holländisch und dann auf english, sie hoffe, dass ich nicht zu sehr leide, weil ich sooo alleine bin... hehehe... ich erklärte ihr, dass ich heute schwerste bescherungen bereits hinter mir hatte samt feiertagsessen und dass ich nur zum arbeiten da bin und so war zumindest sie erleichtert... aber ich fand das sehr sweet, muss ich sagen...
im hotel bestellte ich mir ein taxi zur lichtfabrik und fuhr gemeinsam mit einem angeheiterten türkischen psychologen zur veranstaltung. locker 3.000 - 4.000 tanzwütige holländer und ein paar bekannte aus früheren partys. das bemerkenswerte: um 4 uhr morgens war schluss!!!!! in berlin würden die den laden nicht ohne polizeieinsatz verlassen, ja wahrscheinlich anzünden aber die holländer kennen das wohl nicht anders. kurz vor 4 beschloss ich, mir das letzte freie taxi zu schnappen, denn der laden war immer noch rappelvoll.
am nächsten tag musste ich erst mal 40 minuten das bekackte parkhaus suchen und es war keine meinschenseele auf der strasse ud wenn ja, dann konnten die nicht englisch. am ende erwischte einen spaziergänger, der mich bis zum ziel begleitet hat, sehr sehr nett von ihm.

Monday, December 10, 2007

peking - berlin

am morgen des abflugtages bin ich mit thomas bei eisiger kälte und ohne kamera durch die verbotene stadt gehetzt und einen föüchtigen blick auf den platz des himmlischen friedens geworfen. mehr zeit stand uns leider nicht zu, weil ich noch ein paar souvenirs mitbringen wollte.
sehr lustig geht es in dem 4 stöckigen markt zu, wo man im prinzip alles kaufen kann. das besondere: der preis ist am anfang so gigantisch hoch, dass einem der atem wegbleibt. diese tatsache machen die sich dann zunutze, um einem das geld aus der tasche zu ziehen. beispiel meine gefälschten adidas schuhe sollten 250 € kosten... ;-) ich hab mich kaputt gelacht. allerdings war ich auch froh, dass thomas dabei war, der meinte, 10 € wären okay... dafür hab ich die auch dann bekommen. auch ein t-shirt sollte 100 € kosten, ein rucksack 300 € usw...am ende kosteten die alle zwischen 8-10 €...
nach einem kurzen mittagessen mit jang bing gin es zum flughafen und der rückflug sollte lang werden. im gegensatz zum hinflug waren 3 stunden vorm abflug nur noch restplätze verfügbar. am nebenschalter sah ich zwei deutsche stehen und da ich wusste, dass die jungs vom format b aus berlin auch in peking waren, hab ich die einfach angesprochen und siehe da, wir leben alle in berlin und lernen uns am pekinger flughafen kennen. sehr nett die jungs, machen auch wirklich momentan eine menge gute sachen, hut ab...
leider konnten wir nicht zusammen sitzen, teilten aber das gemeinsame schicksal, in der holzklasse fristen zu dürfen. bei der fluggesellschaft unterteilt man mittlerweile auch in economy und economy extra. als vegetarier empfehle ich allerdings eine vorbestellung, sonst muss man sich 9 stunden mit getrockneten apfelringen zufrieden geben.
ans schlafen war ja eh nicht zu denken, also habe ich mir einen klugen plan erstellt, damit ich die verschieden langen filme, die sich die ganze zeit wiederholen, schön hintereinander schauen konnte. in den sich ergebenden pausen hab ich dann immer in "der pate" reingeschaut, meinen alten wegbegleiter.
nach vier filmen ist man allerdings ganz schön platt und immer noch 2-3 stunden entfernt von kopenhagen. und wie ich diese anschlussflüge hasse nach langen flügen! am schlimmsten ist, wenn man über paris oder amsterdam fliegt. da sieht man immer berlin vorbeiziehen in der gewissheit, dass man die strecke 2 stunden später zurücklegen muss...
in kopenhagen angekommen, haben wir uns dann etwas über die chinesen und unsere erlebnisse unterhalten. bei der immigration wurde ein chinese genauer unter die lupe genommen und zur seite geholt. es gibt kaum was erniedrigenderes, ich kenne das aus eigener erfahrung. ich hasse grenzen. vor allem kommen die bösen jungs eh immer durch, weil sie die nötigen beziehungen haben. egal...
der flieger nach berlin war eine extrem kleine maschine, allerdings hatte ich den besten sitz im ganzen flieger, drekt neben einer hübschen dänin auch noch, die sich aber schnell als eine nervensäge geoutet hat. sie sass da mit einer bibel und hat mich auf diese nette subtile art zugelabert mit jesus und co. ich überlasse jedem seinen glauben, aber ich hasse missionare jeglicher art.
nach eine exkurs nach china landeten wir beim thema palästina und zu jedem thema hatten wir null gemeinsamkeiten. ich mag diese arrogante westliche moralnummer nicht, mit der sie länder wie indien und china geisseln. erstens haben diese ganzen länder ordentlich dreck am stecken und haben selbst ihr reichtum grösstenteils beutezügen und sklavenarbeit in er vergangenheit zu verdanken. zweitens sind sie auch heute hinten rum nutzniesser von den unwürdigen arbeitsverhältnissen vor ort.
als ich dieser marketingtante von MARS schockolade dies erzählte, kam sie damit, dass die engländer zumindest ihre eigene elute nicht schlecht behandeln würden... HALLLO????
da ist mir der kragen geplatzt und hab sie gefragt, ob sie weiss, wovon sie spricht?
in england herrscht noch lange keine gleichberechtigung. und selbst wenn, sind die wichser einfach in irak einmarschiert und haben halt arabs abgschlachtet. ich sehe das so. england ist für ganz viel misere auf diesem planeten verantwortlich und ich hoffe, dass die menschen nicht mehr so leicht auf diese maschen von denen reinfallen, denn wenn die engländer etwas anderes können als unruhe stiften, ist das sich gut zu verkaufen... sieht man ja selbst in unserem bereich, wo jeder minder bemittelte englische dj schon seit jahren durch die gegend fliegt und gutes geld verdient...
leider gottes ist es den deutschen magazinen nicht gelungen, ihre inhalte der welt auf englisch zu präsentieren, denn das it das problem, wie ich in vielen gesprächen mit meinem freund martin eyerer feststellen konnte.

Thursday, December 06, 2007

guangzhou (ehemals canton)

ich hatte die veranstalter gebeten, dass ich direkt nach dem gig nach guangzhuo fliege, sonst hätte ich keine zeit gehabt, mir die stadt anzuschauen, zumindest ein bisschen.
so ging ich direkt nach dem gig (ich hätte von 1-3:30 spielen sollen und hab bis 6 sgepsielt, weil die das so wollten und mir das echt spass gemacht hat...) zum hotel, kurz geduscht und wieder zum flughafen. es lief alles geschmeidig und schon sass ich im flieger und konnte die drei stunden bis guangzhuo etwas entspannen. es gab wieder undefinierbares zeug zum essen, war aber sehr lecker... ich hoffe, es war nicht hund, denn da unten essen die wohl alles...
am flughafen wurde ich von einem lustigen typen namens simon abgholt. er sprach im gegenteil zu meinem pekinger begleiter fujen gut english, mit dem typisch liebenswerten akzent.
da ich während des fluges nicht richtig schlafen konnte, sind wir gleich zum hotel, wo ich mich 2 stunden hinlegen konnte, denn die stadt wollte ich bei tageslicht anschauen. hier in südchina ist es jetzt 25 grad und total angenehm, kaum abgase und die können kochen.
ein riesiger fluss durchquert quangzhuo, früher das tor zum china. jeder ausländer, der weiter rein wollte, musste hier ankommen. von hier aus haben die engländer auch ihren opiumkrieg angfangen. schweine. due sind für ganz viel elend auf diesem planeten verantwortlich.
überall stehen dicke hochhäuser aber auch traditionelle chinesische gebäude. entlang des flusses gibt es eine unglaublich reihe von clubs und bars, die wohl alle 7 tage die woche voll sind. hier geht was.
nach einem kurzen und auch nötigen schläfchen ging es also zum club, wo ich vorher schon meinen traktor scratch angeschlossen hatte, für alle, die nicht wissen, was das ist: traktor scratch ist ein digitales system zum auflegen, das von speziellen schallplatten (oder cds) gesteuert werden kann. digitale möglichkeiten, analoges feeling also.
im voraus war ich schon vorgewarnt worden, dass es sich um einen kommerzielleren club handelt, der nur zum geld verdienen dienen sollte.
als wir um 23:30 ankamen, war der laden schon voll mit chinesen, flaschenweise whisky über all. es war klar, hier geht es primär ums saufen, dementsprechend war die tanzfläche 3x4 m und das in einem 200 qm club... ;-)
als simon und ich so alleine mit einer flasche whisky am tisch standen, kam die eine betreuerin auf die glorreiche idee, für uns begleitung zu besorgen und kam mit 2 teens wieder... ich bin mir sicher, dass die eine 15-16 jahre jung war, falls das mal reicht... simon war erstaunt aber auch nicht abgeneigt. vorher am nachmittag meinte er zu mir, dass er schon 300-400 mädchen hatte. als ich ihn auf AIDS ansprach, meinte er allen ernstes, du musst nur aufpassen, dass die jung genug sind, 14-15 wäre sicher... tja, so läuft das in manchen gegenden...
schnell war klar, dass die beiden uns abfüllen sollten, denn sie begannen mit uns zu würfeln und der verlierer musste sein glas auf einmal leeren... gott sei dank hatte ich glück und die tante musste selber zwei mal ran und schon war ich dran mit auflegen...
erst dachte ich, dass die gleich in scharen den raum verlassen werden, weil ich bei weitem nicht so kommerziell auflegen kann und will, aber die haben mich eines besseren belehrt und am ende wurde sogar zu richtig zünftigem techno getanzt und gefeiert.
mit an dieser euphorie beteiligt waren auch eine gruppe italienische studenten, die sich aber leider sehr kolonialherrenmässig verhielten. die meisten ausländer, die ich da gesehen habe, wussten mit der gastfreundschaft der chinesen nicht richtig umzugehen und waren geradezu rüde... ich mag das nicht... das ganze ist auch in indien gang und gäbe und relativ eklig.
nach 2 stunden war ich dann fertig und hab mir die szenerie bei einem gläschen whisky cola reingezogen. die djs dort spielen gerne elektro house der billigeren variante, zum teil mit chinesischen vocals, was schon extrem ins lustige abdriftet. die leute fanden es aber doch gut.
auf dem weg ins hotel war ich dann in einem 7-11, wenn es mich nicht täuscht, eine amerikanische lebensmittelhandelkette, die um 3 uhr morgens noch auf hatte. ich liebe das. man holt sich noch was kleines zum knabbern und was zu trinken, einfach genial. als ich da rauskam, war simon etwas panikartig auf der strasse auf der suche nach mir. ich hatte ihm gesagt, dass ich jetzt ins hotel gehe, weil er noch eine begleiterin für die nacht suchte. sie hatte ihm aber einen korb verpasst und so gingen wir in unsere zimmer.
am nächsten morgen hat er mich dann zu einem restaurant geführt, wo es kantonesisches essen gab, das ich mein leben lang nicht vergessen werde.
die verschiedenen zutaten waren so fein abgestimmt, dass man sie alle einzeln schmecken konnte. es hatte was richtig sinnliches und jetzt erst weiss ich, was das sprichwort bedeutet: die liebe geht durch den magen...
apropos: neulich hab ich meine nichte shiva zum vietnamesen geführt und zuhause hat sie nebenbei bemerkt, dass sie bestimmt mal einen vietnamesen heiraten werde... ;-)

peking

so, es ist schon anderthalb tage her, seit ich im reich der mitte gelandet bin und bis jetzt hatte ich wenig zeit, mich um meinen blog zu kümmern. etwas frustrierend war zugleich, dass es nicht möglich war, zugang zu meinem blog zu bekommen oder mich in myspace einzulogen. das ganze eriinert dch in der hinsicht stark an den iran...
aber langsam, fangen wir mit dem flug an:

der flug mit SAS war extrem angenehm, ich hatte wie immer mir einen exit platz geben lassen, damit ich etwas beinfreiheit geniessen konnte. da die maschine aber realtiv leer war, hat mir die stewardess signalisiert, dass ich die vier sitze, die frei waren, zum schlafen benutzen könnte.
in windeseile verteilte ich meine sachen auf den sitzen, damit keiner auch auf die idee kam, sich dort bereit zu machen. es war eine gute entscheidung, denn nach dem ich mit zwei filmen drei stunden flugzeit überbrückt hatte, konnte ich etwa vier stunden schlafen. die übrigen 2 stunden gingen fürs frühstück und ausfüllen der vielen einresieformulare verloren.
der flughafen von peking ist ein ultra moderner stahlkoloss. es riecht wie in new delhi, ich kann das gar nicht beschreiben, aber es ist ein ganz bestimmer geruch, dem man immer wieder in asien begegnet und der ist nicht unangenehm.
ich hatte ein komplett anderes image von china. viel grauer und sozialistischer... aber sorry, wir müssen uns echt überall unsere eigenen eindrücke beschaffen. diese stadt ist absolut überwältigend. pünktlich zu den olympischen spielen ist es der KP gelungen, eine saubere stadt zu implementieren. überall stehen neue hochhäuser und werden im eiltempo neue dazu gebaut. dicke autos fahren rum, werbung westlicher produkte ist allgegenwärtig und die menschen machen vor allem eines nicht: trist und unterdrückt auszusehen, wie damals in der DDR etwa. natürlich überböicke ich die situation nach den paar tagen hier nicht komplett und es gibt sicher verlierer in dieser gesellschaft, aber gibt es die nicht auch bei uns?
man gewinnt auf jeden fall den eindruck, dass diese langsame öffnung wirklich viel besser funktioniert als die quasi über-nacht-öffnung des ostblocks. die chinesen sind nicht blöd und haben aus der geschichte der deutschen einheit gelernt.
hätte man sich damals mehr zeit gelassen, wären die ganzen ost-betriebe so schnell in den ruin getrieben worden, aus meiner sicht eine geplante aktion der west-industrie. soviel überblick haben die allemal, um zu wissen, was mit einer volkswirtschaft passiert, nach solchen aktionen.
zurück nach peking.
ich bin immer etwas überwätigt, wenn ich in länder reise, die mich immer fasziniert haben. auch hier liegt die jahrtausende alte kultur in der luft.
die menschen, die ich bisher kennengelernt habe, sind allesamt auf meiner wellenlänge. aber das ist relativ oft so, weil die gemeinsame liebe zu dieser universal einsetzbaren musik ganz bestimmte menschen anspricht.
am donnerstag abend war peter kruder von kruder & dorfmeister in einem club oder eher disco namens VICS und wir sind da hin. auch wenn der dj vor ihm äusserst kommerziell war, hat der kerl die sache mit seinem sound arschcool durchgezogen und viel spass gemacht. well done!
am zweiten tag fuhren wir zur chinesischen mauer. die ist etwa 6000 km lang und das ist auch nur der noch nicht entwendete teil... die haben früher einfach die steine geklaut, um häuser damit zu bauen. auch nett.
der anblick dieses weltwunders ist majestätisch. die bauzeit betrug etwa 500 jahre und selbst das ist eine meisterleistung, denn die mauer steht mitten in den bergen, rauf und runter. unglaublich, wie die das bewerkstelligt haben ohne modernste maschinen.
ich bin mit thomas, dem schwedischen clubbesuítzer, ein paar hundert meter die mauer hochgelaufen, bis meine knie dank der elenden steigung zu kapitulieren begannen. als er mir dann eröffnete, dass er an höhenangst leidet, ist mir die entscheidung wieder zum taxi zurück zu laufen sehr leicht gefallen. die haben überall lautsprecher installiert und es läuft eine ganz meditative flötenmusik. sehr schön und beruhigend. dort oben ist es etwa so kalt wie in berlin, so dass man nach dem anfänglichen schock und der nachfolgeneden entrüstung über STARBUCKS direkt an der mauer ganz froh ist, einen globaliserten latte machiatto zu bekommen.
sehr lustig war auch unsere begegnung mit den kandidatinnen des MISS WORLD wettbewerbs, die dort irgendeine PR-tour zu absolvieren hatten, von wegen kultur usw. allerdings standen die alle wie abgestellt und nicht abgeholt da. besonders lustig, dass die blondinen sich zusammengetan hatten und die chinesen in gruppen und mit offenem mund sie anglotzten. very nice!
der gig an sich im club white rabbit war sehr schön, ich konnte alles spielen, was ich wollte und die leute sind komplett ausgerastet. ich fand mich ehrlich gesagt nur mittelmässig und wunderte mich, was wohl passiert wäre, wenn ich einen richtig guten abend erwischt hätte.
das blöde an der reiserei als dj ist, dass man seine eindrücke selten mit jemandem teilen kann. ich hätte gerne nicole und minou dabei gehabt, nächstes mal mache ich das auch und bleibe einfach 2-3 wochen hier. es ist viel zu kurz sonst.

kopenhagen

ich bin also rein in die stadt, wie bereits angedroht. es war alles nicht so einfach, denn die typen hier habennoch dänische kronen... alles ist schweineteuer und der nächste, der mir erzählt, dass die lokführer in dänemark doppelt soviel verdienen wie in deutschland, den lache ich erstmal aus... das doppelte wird nämlich dem armen schwein nicht reichen vermutlich.
drei stationen in die stadt kosten 4 euro, ein normaler kebab-teller 15 euro!!!
was man den dänen nicht nachsagen kann, ist dass sie hinterher sind mit dem drahtlosen internet. alle züge scheinen online zu sein. ch bin mir nicht sicher aber ich glaube, die wollen von dem potthässlichen design der züge ablenken. wer auf seinen bildschirm starrt, nimmt die umgebung nicht (komplett) wahr.
an den ampeln ist wie im iran ein timer, der die übrige wartezeit anzeigt. die dänen tun das auch für die fußgänger. allerdings emfehle ich, nicht direkt in die neuen LED-ampeln reinzuschauen, die sehr sehr scharf leuchten.
so bin ich also vom hauptbahnhof durch den nieselregen am weltberühmten tivoli vorbei, wo sie eintritt verlangten und bin ziellos durch die gegend geeiert. es war schon dunkel, so dass meine schwester recht behalten sollte, die meinte, was ich da in der stadt suchen würde, es würde doch bestimmt so aussehen wie überall in mitteleuropa... nass - kalt - anonym - burger king - zurück zum bahnhof.
was ich mir allerdings nicht nehmen liess, war der obligatorische danish hot dog, so wie die den hier essen, zu mir zu nehmen. ich muss irgednwie überall etwas eiheimisches essen. das hilft mir ungemein, mich später an die situation zu erinnern.
so, diesen text werde ich wohl oder übel in peking reinstellen können, hier am flughafen verlangen die, wie auch sonst überall, viel kohle für das internet.
hoffentlich kann ich n paar stunden im flieger schlafen...

Wednesday, November 28, 2007

ab nach china...

so...
gleich gehts zum flughafen, peking und canton warten...
ich überlege, ob ich in kopenhagen, wo ich 4-5 stunden aufenthalt habe, einen kurzen abstecher in die stadt unternehmen soll, oder lieber sicherheitshalber im flughafen bleiben... wenn ichs mir genau überlege, scheiss auf sicherheit... ;-)

ich werde versuchen, täglich bericht zu erstatten... der zeitplan ist jedoch relativ stramm, mal schauen...

bilder und videos dann später auf meiner myspace seite, wo übrigens die neue single seit gestern abend bereitsteht... zum anhören... zum download dann demnächt in beatport...

nam

Sunday, October 28, 2007

kiev

da saß ich also am gate 21 des budapester flughafens und hab mich gewundert, warum meine maschine auf einmal nach pristina fliegen sollte, als mir klar wurde, daß malev, die ungarische fluggesellschaft klammheilmlich das gate der kiev-maschine geändert hatte... schon rannte ich also zum gate 28, um erleichtert festzustellen, dass alle noch in der schlange warteten...
im flieger ließ ich mir erstmal ne kopfschmerztablette geben, die mir das rumstehen und aufs taxi warten am morgen beschert hatte. meine sitznachbarin stellte sich als nathalia vor. wir kamen ins gespräch und sie erzählte mir, daß sie für open society international arbeitet, eine US-non-profit-organisation... sowas klingt immer total erfrischend, wie ich finde. außer, daß ich da immer auch so ein komisches gefühl habe, dass es sich um abm-maßnahmen für arbeitslose westler handelt. nehmen wir mal die welternährungshilfe der UN: eine freundin von mir war die sekräterin von einem der oberen herren in rom. ihr gehalt von etwa 4000 DM damals war schon beeindruckend für eine sekretärin, aber den vogel schoß ihr vorgesetzter mit 40.000 DM pro monat ab! HALLO!!??? dazu kamen dann nur first class flüge in die weite welt und 5 sterne hotel aufenthalte. dabei sinnierte man über die probleme der afrikanischen kinder... sehr nobel...
ich glaube die UN an sich ist ein abzockverein... das geht auch bestimmt in den anderen bereichen genauso, nur dass ich das nicht genau weiss...
wie auch immer, nathalia war die flugangst anzusehen und so versuchte ich sie mit einer konversation abzulenken. sie lebt in budapest und fliegt quer durch die welt... sie hat mich etwas zugetextet mit gott und der bibel, normalerweise hasse ich das aber bei ihr kam das nicht so missionarisch rüber, auch wenn sie mich eindringlich gebeten hat, mich beim lieben gott für meine (doch beachtlichen) sünden zu entschuldigen. ich erzählte ihr dann von kolumbianischen killern, die nach getaner arbeit einen teil ihrer gage beim örtlichen pfarrer abgeben und offiziell vergebung erhalten... das wiederholt sich dann regelmäßig, je nach bedarf und auftragslage... das würde natürlich nicht gehen, weil bla bla bla...

die ankunft in kiev lief relativ problemlos ab, der gelangweilte offizier an der passportkontrolle war mehr mit seinem feierabend beschäftigt, vermute ich. jedenfalls schaute er ständig auf seine armbanduhr... auf die frage, welche adresse ich ansteuere, antwortete ich wahrheitsgemäß mit “keine ahnung”. er : “KIEV?” und ich “DA!”
schwupps war ich draussen. marika, die promoterin des saxon clubs und ihr fahrer oleg standen gleich vorne, sodass wir sofort ins auto richtung kiev fuhren... der flughafen ist nämlich 12 kilometer außerhalb von kiev. wie sooft in ehemaligen warschauer pakt staaten reihten sich häßliche sowjet wohnsilos aneinander. einen hauch häßlicher als marzahn. ich habe da sofort assoziationen mit kommerzieller hühnerhaltung. drinnen sollen die aber nicht so schlimm sein.
das hotel war okay, eher unteres niveau aber ich gebe da nicht viel drauf. saubere bettwäsche reicht mir für die paar stunden, die ich üblicherweise mich drin rumwälze. an tiefen schlaf brauche ich gar nicht denken. nach dem check in ging es gleich weiter zum club forsage, wo ich fürstlich zu essen bekam, salat, suppe und einen steak mit pilzsoße... ich habe mir meinen apettit auch vom 120 km entfernten tschernobyl nicht verderben lassen. pilze sind ja bekanntlich besonders belastet.
das mit tschernobyl scheint auch ein wunder punkt zu sein. auf die frage, ob man noch die folgen der kernschmelze zu spüren bekommt, reagierte marika leicht gereizt und erklärte die weltberühmte schönheit der ukrainerinnen zu einer der folgen des supergaus.

nach dem deftigen essen ging’s zurück ins hotel, wo ich mich eigentlich nochmal mit den neuesten tracks befassen wollte, aber relativ schnell in einen unruhigen schlaf fiel. Mitten drin stand ich nur mit shorts bekleidet an der tür und habe panikartig minou gesucht. Wo verdammt noch mal hatte ich sie bloß gelassen? Voller erleichterung stellte ich fest, daß ich mal wieder schlafgewandelt war und legte mich wieder hin. Und schon klopfte es an der tür , wo marika etwas ungeduldig auf mich wartete. Ich muss den wecker ausgeschaltet haben und so musste ich mit verschlafenem blick in den club. Es hat mich etwas geärgert, denn ich finde das unprofessionell und es passiert mir äußerst selten. Der club war ein typischer club, wie man den in solchen ländern findet: drei etagen, zwei dancefloors. Eins mit R&B und der mainfloor mit electronischer musik. Die anlage war super fett und imgegensatz zu deutschland musste man nicht um zwei vernünftige cd spieler beteln, die standen wie selbstverständlich da. Ich frage mich, wann die deutschen und insbesondere die berliner endlich ins digitale zeitalter aufbrechen wollen... VINYL, VINYL, VINYL... Ich kann das nicht mehr hören!
Der freundschaftliche empfang durch marika und ihren freudn sascha (die heissen alle sascha oder serjoscha!!!) war dann auch mitverantwortlich dafür, dass ich wirklich ein gutes set hinlegen konnte. Ich bin 80% der zeit unzufrieden mit meinen sets aber diesmal lief alles wie am schnürchen. Vielleicht lag es aber auch dran, daß ich zu alkohol genötigt wurde... ;-))))
Da sie mein lieblingsdrink hemmingways nicht kannten, erklärte ich marika kurzerhand, was da alles reinkommt. Und wie das schicksal das so wollte, tranken wir gemeinsam die ganze nacht die leckeren drinks und waren guter dinge... Erst am ende kamen die mit etwas namens “mexikanski” um die ecke und nach dem ersten musste ich sofort die weisse flagge hissen. Au weia, noch eins und ich hätte wie motte ein paar wochen vorher einen bellydance par exellance hingelegt!
Der dj nach mir, dj light, kam mit weissem anzug und sonnenbrille ums eck und war etwas schleimig... Er war etwas überbegeistert ob unserer zusammenkunft. Er erzählte mir aber auch, was für ein toller hengst er ist nd wo er alles so auflegt in kiev und nächsten monat in sharm el sheikh. BITTE! Wenn ihr dj’s seid und andere dj’s trefft, nervt die nicht mit eurem monatsablauf, das interessiert nur äußerst bedingt...

am nächsten tag auf nach kiev

diesen text schreibe ich gerade aus dem budapester flughafen, auf dem weg nach kiev, wo ich heute abend auflegen werde. und fast hätte ich diese zeilen doch am rechner zuhause eintippen dürfen dank einer globalen verschwörung, geführt von streikenden lokführern und und unfähigen taxiunternehmen (030/2610126).
diese typen haben es geschafft, mich eine glatte halbe stunde vor dem haus warten zu lassen. als ich dann am ende etwas lauter wurde, kamen die mir mit dem bahnstreik... in der zeit, wo ich da stand, sind lauter leere taxis blind vorbeigefahren oder weigerten sich, mich zum flughafen zu fahren, da ich ja ein taxi gerufen hätte. WICHSER!
kaum haben die idioten die gelegenheit zu zeigen, dass es angenehmer ist, mit taxi zu fahren, versagen die auf der ganzen linie und werden auch noch patzig...
also nahm ich doch das auto und kam gerade mal so knapp am tegel an, dass ich das auto vor dem gate stehen ließ und zum schalter rannte. entweder ich erwischte den flug und die schleppten das auto ab oder ich verpaßte den flug und konnte das auto dann woanders hinstellen. mit viel überzeugungsarbeit und druck konnte ich die dame am check-in dabvon überzeugen, daß ich in diese scheiss maschine hineingehöre und selbst dazu bereit bin, dass das auto meinetwegen abgeschleppt wird. und siehe da, sie gab alles und ich erwischte den flieger...
nicole wird eventuell jetzt das auto abholen, wenn es klappt, wenn nicht, auch okay, denn den ganeausfall hätte ich mir echt nicht leisten können...
die taxi-typen werde ich mir abvorknüpfen... das internet ist ein gutes instrument, um sich gehör zu verschaffen...
so, meine maschine nach kiev wird gerade ausgerufen... bin gespannt auf kiev und party people dort...

stay tuned...

back home

die letzten tage in teheran waren trotz aller freude etwas überschattet von der vergänglichkeit der zeit. die zwei wochen vergingen wie im nu und plötzlich mussten wir schon wieder packen. besonders minou würde ihnen fehlen, die sich nach anfänglichem fremdeln ihnen voll und ganz geöffnet hatte. nicole und ich sind der meinung, daß sie einen gewaltigen schritt in ihrer entwicklung getan hat während dieser reise. es ist wie ein wunder, wenn babys sich zu kindern mit ihren ganz eigenen & bewußten bedürfnissen weiterentwickeln.
nicole hat die reise besser gefallen, als meine familie und ich uns das gedacht hätten... sie ist schon fast eine halbe perserin... etwas voreilig spracj sie davon, daß wir doch auch im iran leben könnten, ja sollten... aber ferien bei der familie und leben im iran sind zwei paar schuhe. sie wurde quasi abgeschirmt von dem harten alltag. nicht dass es nicht gehen würde, aber es ist nicht so harmonisch und einfach, wie es scheint... der verkehr, der einem jetzt noch ein staunendes lächeln abringt, würde zum alptraum werden und die meinungsfreiheit ist quasi nicht existent. wie in der DDR lauert überall verrat. für die iraner ist das normal aber selbst ich hätte da meine schwierigkeiten, im richtigen moment die klappe zu halten, geschweige denn nicole...
anyway, pünktlich zu unserer abreise kühlte die luft gewaltig ab und es gab sturm. am abend spielten die kinder etwas verrpückt, nader schlief mit der fernbedienung in der hand vor der glotze ein. das macht er wohl immer, um sich das verabschieden zu sparen. und nima war bis zum letztmöglichen moment bei uns, um beleidigt und ohne tschüss zu sagen abzuschwirren. sehr rührend, immer wieder... wir haben etwas übung darin aber ür nicole, ohnehin nahe am wasser gebaut, war das alles zuviel und so floss die eine oder andere träne.
gott sei dank konnte ich die bande davon abhalten, uns zum flughafen zu begleiten, denn das ist meistens sehr traurig. man muss sich eh sofort in den trubel stürzen und es ist besonders schmerzhaft für den, der dann zurückbleibt und den schweren heimweg alleine beschreiten muss. es lief eh alles relativ geschmeidig, außer dass die tschador-tussi bei der ausreise mir gesagt hat, dass nicole nicht nochmal ein visum bekommt und gefälligst den iranischen pass beantragen soll. normalerweise nicht tragisch, aber die botschaft in berlin stellt sich quer... naja, die schulden mir eh einen gefallen, wie aufmerksame blog-begleiter das ja wissen.
der rückflug war sehr entspannt, einen riesen dank an meine süsse minou, die sich mehr und mehr zu einer super mitreisednen hochschaukelt. sie hat ohne protest akzeptiert, dass sie um hab fünf uhr früh aus dem bett in ein taxi und zum flughafen geschleppt wird und während des fluges glatte drei stunden geschlafen. die restliche zeit bis hamburg waren wir dann mit essen und landeanflug beschäftigt. auch die zugfahrt ging sehr schnell vorbei, dank einer deutschen, die wirklich gut persisch sprach und saeed, der auch gerade aus teheran kam.... hatte was von einer klassenfahrt und federte die harte landung im kalten berlin ab.
ganz am ende im taxi konnte minou dann nicht mehr, aber hey, das ist ja wohl mehr als verständlich...

Sunday, October 21, 2007

Die zeit verfliegt hier rasend.

(diesen text muss mein freund ollie reinstellen, weil
ich hier einfach keinen zugang zu meinem blog
herstellen kann... zum kotzen!)

Die tage sind um einiges kuerzer jetzt im herbst, sodass um sechs uhr
bereits dunkel ist. Trotzdem fuehle ich mich als
halber mitteleuropaeer betrogen. Hier herrscht neun
monate im jahr gutes wetter und selbst der winter ist
zwar kalt, aber nicht so grau-in-grau wie wir aus
unseren breitengraden kennen. Die berge tun ihr
uebriges dazu, um ein erhabenes gefuehl zu empfinden,
besonders, wenn sie bis unten schneebedeckt sind. Im
iran gibt es sechsundzwanzig berge ueber dreitausend
meter, davon dreizehn ueber viertausend und den
spitzenreiter damavand mit
fuenftausendsechshunderteinundsiebzig metern…
(sorry, aber die zahlen muss ich alle ausschreiben,
denn die bekomme ich nicht umgewandelt in lateinische
zahlen!) ich hatte gerade ein bilderbandbuch meines
onkels in der hand, das von iranischen Bergen
handelt… deswegen die genauenzahlen… vorher kannte ich
auch nur den damavand…
Vorgestern waren die praesidenten der anrainerstaaten
des kaspischen meers im iran und verteilten sozusagen
die immensen bodenschaetze untereinander. Putin war
da und die anderen praesidenten ehemaliger
sowjetischen staaten
Es gab im voraus geruechte ueber einen anschlag auf
putin aber nichts dergeleichen passierte. Ausser man
meint die szene, wo die alle mit kopfhoerern da
sitzen und auf einmal laeuft zu begruessung der
koran. Putin, das alte pokerface hat sich ueberhaupt
nichts anmerken lassen, aber die anderen bekamen
gaaaanz grosse augen und einer nahm den kopfhoerer
runter… hahahaha… tja, die islamische republik kennt
da keinen pardon… da muss man durch… witzig war das
schon, aber meine mutter meinte, dass es sich nicht
gehoert, den koran so einzusetzen… sehe ich genauso…

Das ganze hat putin trotzdem nicht davon abgehalten,
ahmadinedschad nach moskau einzuladen… die bbc meinte
nur, wenn diese staaten eines gemeinsam haben, ist es
die antiamrikanische haltung… apropos ameika, ich
habe jetzt bilder von minou vor der ehemaligen
amrikanischen botschaft in teheran, die anno
schiessmichtot von den studenten gestuermt wurde.
An der wand gibt es lustige bilder mit der
freiheitsstatue mit totenkopf usw…
Dort sind uebrigens relativ guenstige laeden fuer
souvenire, falls ihr mal hier her verirrt…

nam

ps: checkt mal www.ahmadinejad.ir

Thursday, October 18, 2007

herbst in teheran

Es ist das erste mal seit dreiundzwanzig jahren, dass ich den herbst im iran ‎verbringe.als jugendlicher hab ich diese jahreszeit gehasst. Die dreimonatigen ‎sommerferien waren vorbei und man musste wieder zur schule. Mittlerweile ‎haben sich meine ansichten geaendert. Lernen zu duerfen ist ein privileg und ‎der herbst im iran traumhaft. Es sind angenehme achtundzwanzig bis dreissig ‎grad und nicht annaehrend fuenfzig wie im hochsommer. Es ist auch ein leichter ‎klimawandel zu spueren. Es gibt sogar im sommer regen, was vor ‎zweiundzwanzig jahren undenkbar gewesen waere.
ueberhaupt hat man als ‎besucher nicht gerade das gefuehl, sich mitten in der aches des boesen ‎aufzuhalten. Gestern waren wir im volkspark und Nicole war sehr verwundert ‎ueber die gepflegte schoenheit der anlage.auf dem weg dahin hab ich neue shops ‎von Benetton und sisley entdeckt, beide nicht gerade die inbegriffe ‎islam(ist)ischer ideen… aber damit hier nicht der eindruck entsteht, dass ich ‎meine heimat ueber den klee loben will, muss ich noch von der rueckfahrt vom ‎park erzaehlen. Denn hatte die hinfahrt noch fuenfzehn minuten gedauert, waren ‎wir auf dem rueckweg ueber eine stunde unterwegs, dank meiner exzellenten ‎beobachtungsgabe… ich war fuer einen moment der meinung, den weg zu ‎kennen und meine mutter schenkte mir auch noch (nacht)blind vertrauen. Das ‎ergebnis war eine zaehfluessige odyssee durch acht-spurig befahrene drei-spur-‎strassen.hier herrscht das gesetz des staerkeren mit dem dickeren untersatz. Mit ‎mamas kia pride befanden wir uns leider im unteren teil der nahrungskette und ‎kamen erheblich spaeter und versmogt an. Aber: auch hier tut sich etwas.die ‎regierung hat den spiritverbrauch pro person begrenzt auf einhundert liter pro ‎monat. Der literpreis betraegt paradiesische sieben cent!!! (gestern nacht war ich ‎mit meiner mutter extra nachts an der tanke und trotzdem mussten wir uns hinten ‎an die schlange stellen… dafuer hat einmal volltanken zwei euro siebzig ‎gekostet!) will man mehr fahren, muss man sich auf dem schwarzmarkt ‎bedienen und das vierfache bezahlen… fuer ein land mit den zweithoechsten ‎gas- und dritthoechsten oelvorkommen der welt reichlich absurd. Allerdings ist ‎der erzieherische aspekt dieser massnahme nicht zu verachten, denn die ‎menschen hier scheinen kaum ein gefuehl fuer umweltverschutzung zu haben. ‎So musste die regierung den kompletten oeffentlichen nahverkehr auf erdgas ‎umstellen und so ist die luft erheblich weniger belastet. Ausser man steckt in ‎einem dieser diabolischen gigastaus im feierabend verkehr!‎

Monday, October 15, 2007

der dritte tag...

(gestern war blogger.com nicht erreichbar, der vierte tag wuerde also besser passen!)

Nach der ereignisreichen anreise und dem fulminanten ‎empfang ist so etwas wie ruhe eingekehrt. Bitte nicht ‎missverstehen, persische ruhe hat mit der ‎mitteleuropaeischen nichts zutun. Am ersten tag gings gleich zum ‎kindergeburtstag wie besprochen, wo es relativ unislamisch ‎zuging und wir mehrere male unter staunen whiskey usw ‎abschlagen mussten. Das kind wurde mit geschenken ‎regelrecht bombardiert, geschenkpapier, ratsch, ‎geschenkpapier, ratsch… den inhalt konnte er sich bestimmt ‎nicht merken… auch sehr persisch… ;-)‎
Die kulisse haette aus einem bollywoodstreifen stammen ‎koennen, die charaktere auch… fuer nicole war das aeusserst ‎spannend, glaube ich…‎
Nach dem kalten essen (ich spare mir ab jetzt die ‎kulinarischen kuenste der iraner zu beschreiben, es ist halt ‎immer lecker bis megalecker…) sind wir mit den kids nach ‎hause. Nicole stellte am abend fest, dass die perser sehr ‎kinderlieb sind und das stimmt auch. Das land hat nicht ‎umsonst eine der juengsten bevoelkerungen der welt. ‎
Am naechsten tag waren dann naehere verwandte zu besuch ‎und es gab gegrilltes… nader und nima sind extrem lieb zu ‎minou und spielen mit ihr, obwohl nader zehn und nima sechs ‎sind… komplett andere zielgruppe also. Ich bin super stolz auf ‎die beiden, entwickeln sich zu richtigen maennern mit herz!‎
Auf dem kinderspielplatz unten im park wurde nicole dann ‎zeuge von dem umgang iranischer kinder mit tieren. Sie war ‎entsetzt und ich musste die jungs zurueckpfeiffen, damit ihr ‎nicht der kragen platzt. Es erinnert mich stark an indien. In ‎beiden laendern moechte ich nicht unbedingt ein streunender ‎hund sein, oder eine katze… hart im nehmen ist hier eine absolute ‎ueberlebensfrage.‎
Im park sind fitness geraete fuer jedermann aufgestellt ‎und geniessen einen hohen zulauf. Man sieht dann frauen mit ‎kopftuch und dem 'manto', einen laengeren, leichten mantel, den die frauen tragen muessen auf den ‎geraeten rumturnen. Nicole fand das lustig... ‎
Minou hat husten und ihre nase laeuft. Bei dreissig grad ‎bestimmt kein vergnuegen, aber sie ist sehr tapfer. Auch wenn ‎sie noch fremdelt, taut sie doch merklich auf. Nima ist ihr ‎auserkorener freund, sie laesst sich aber auch von den ‎anderen mit essbarem bestechen… ;-)‎
Ich bin mir langsam sicher, dass nicole hier ihren spass hat. ‎Das mit dem kopftuch ist zwar laestig, aber dadurch, dass man ‎es locker auf dem kopf tragen kann und nicht wie die ‎tuerkischen frauen in berlin total zugeknoepft, kommt sie damit doch ‎besser klar, als ich gedacht haette. Minou wollte es am anfang ‎immer runter reissen, hat aber auch mittlerweile das interesse ‎daran verloren.‎
Heute abend hab ich dann nicole mit einem woerterbuch ‎bewaffnet in begleitung von meiner schwester marjan ‎rausgeschickt. Minou war zwar davon nicht so begeistert aber ‎da musste sie durch. Als sie dann wieder kam, hatte sie ein ‎paar teheraner besonderheiten kennengelernt, wie etwa das ‎ueberqueren der vali asr strasse und den besuch einer ‎persischen konditorei… und manches hat sie regelrecht ‎umgehauen. Im supermarkt hat meine schwester den einkauf ‎einfach stehen lassen und nicole erklaert, dass das ganze ‎nach hause geliefert wird… ohne extrakosten… HAHAHAHA… ‎man kann da sogar anrufen und seinen einkauf bestellen, die ‎kassieren dann an der tuere… und hatte sie vor der reise noch ‎bedenken, dass es vieles hier nicht gibt, meinte sie nur zu mir: ‎‎'hier gibt's alles, was es bei uns gibt, aber auch vieles, was es ‎bei uns NICHT gibt!'. Fazit: wer sich hier aus der politik ‎raus und aber dafuer an die regeln haelt, kann ein sehr entspanntes ‎leben fuehren, mal von dem verkehr abgesehen… bis die ‎tage…‎

Nam
Nic
min

Friday, October 12, 2007

turbulenzen

es fing schon auf dem weg im taxi zum flughafen an. ich hatte meine beiden paesse, nicoles pass + visa und minou's frisch gestempelten reisepass dabei. im taxi meinten nicole und ich doch, dass es besser waere, den persischen ausweis noch mitzunehmen. also high speed zurueck. immer noch on time gings zum hauptbahnhof, wo der fahrstuhl nicht ging und wir panikartig einen weiteren weg zum gleis 7 suchten. voellig ausser atem sassen wir im zug und waren entspannt... minou spielte und flirtete mit einem typen mit brille und laptop.
in hamburg angekommen, gingen wir zur bushaltestelle. minou hatte mittlerweile schon etwas die lust verloren und schlief sofort im bus ein... alles bestens, supergut in zeit kamen wir am flughafen hamburg also an.
da wir sehr fruehzeitig da waren, standen die chance auf gute plaetze im iran air flieger nicht schlecht. als wir an der reihe waren, dann der schock: sie sagten, dass minou nicht in meinem iranischen passport eingetragen und somit nicht fliegen konnte. ich war amboden zerstoert. die hatten in der botschaft extra meinen passport noch mitgenommen, um sie einzutragen und ich esel hatte es nicht ueberprueft!!!
katastrophaler als dies jedoch: meine wehrpflichtbefreiung war abgelaufen, ich haette also das land spaeter nicht verlassen duerfen und hier nur scherereien gehabt...
ich rief meine mutter ueber handy an und war gerade dabei, ihr zu sagen, dass ich das risiko nicht eingehen wollte, als die vom iran air schalter mich riefen und ein mitarbeiter vom hamburger konsulat sich freundlicherweise unserer sache annahm... "das kannst du vergessen, du hast ja gar nichts dabei!" meinte er. ich erklaerte ihm, dass die berliner iran-botschaft mich nicht korrekt aufgeklaert haetten, was auch stimmt. ich esel hatte denene alle tatsachen aufgezaehlt und gefragt, was man machen muss, damit alles ohne reibereien vonstatten geht. nicole war mittlerweile komplett aufgeloest und traenen huschten ueber ihr gesicht. ich war voller schuldgefuehle, dass ich die beiden und meine familie in teheran in solche situation gebracht hatte und war schon mit den konsquenzen innerlich beschaeftigt, als der eine iraner vom konsulat zu mir kam und meinte: "pass mal auf, du schnappst dir jetzt n taxi und faehrst zum konsulat, die wissen bescheid. der fahrer soll draussen warten. um halb 1 bist du aber wieder hier, sonst ist alles zu spaet!" er gab mir die adresse und ich rannte zum taxistand, erwischte einen afghanischen fahrer, der mitsolch einem harten akzent persisch sprach, dass ich nur eine weile brauchte um zu verstehen, dass er meine sprache spricht... der text war nicht gerade pro-amerikanisch und er hoffte, dass die nicht auch in den iran einmarscheiren, die amis... wie ich auch...
am konsulat sprang ich raus und sah von weitem die schlange und war wiederholt komplett entmutigt... die sahen mich aber und sagten ab zum schalter 1. dankbar dafuer, dass die wussten was los ist, ging ich dahin und mussten einen aelteren herren in plauderlaune um seinen vorzeitigen abgang vom schalter bitten. er tat es mit verstaendnis und so erklaerte ich meine situation>: fatalerweise hatte ich meinen persischen ausweis nicht dabei, weil ja zum reisen der pass reicht... bei sowas allerdings wollen die IMMMER den ausweis! die schuettelten den kopf, gaben mir mehrere persische formulare und ich sollte die ausfuellen... mein geschriebens farsi ist eine katastrophe... und das lesen unter hochdruck faellt mir umso schwerer....
ich tat, wie mir geheissen und gab mein bestes, ueberzeugt davon, dass die tausend fehler beanstanden werden... aber, zu meiner ueberraschung, waren die sehr sehr sehr hilfsbereit. nach einer gefuehlten ewigkeit und beginnender resignation, kamen die und gaben mir meinen pass mit minou eigetragen und wehrdienstbefreiung... ich kann gar nicht genug betonen, wie unglaublich diese geschitchte ist. skuril...
der fahrer war noch da und gab seine geopolitischen theorien zum besten waehrend er zum flughafen raste... es gab noch eine schlange vor dem schalter und wir schafften es als letzte passagiere einzuchecken. das unfassbare, der erste mitarbeiter hatte unsere plaetze freigehlaten, weil baby dabei und so hatte minou viel platz und wir einen wunderschoenen flug.(nicole meinte, sie hat selten solch einen guten flug erlebt, alle waren sehr sweet zu minou und das essen war der hammer!)
der empfang am flughafen war dann auch aller erste sahne. meine gesamte familie war da. samt onkel khosro. ich glaube, der macht das nicht fuer viele leute.. ;-)
sie waren auch alle erleichtert, dass wir doch noch den flieger erwischt haben. puuuh...
ich glaube, es ist alles sehr eigenartig fuer noicole hier. im taxi heute zu einem kindergeburtstag sollte ich den fahrer etwas fragen. der meinte nur "sie wird dir noch loecher in den bauch fragen, wir sind hier ausserhalb der weltgemeinschaft!".
minou ist wirklich sehr sehr tapfer, macht alles super iit und wir sind super stolz auf sie.

was mich hier wieder ankotzt. ist die rigide zensur des internets. ich erreiche jetzt 2 wochen lang meine emails nicht, weil spamarrest auf index ist... myspace sowieso... so bin ich halt komplett abgeschnitten von meinem business... was das wohl kostet...

gruesse aus dem noch heissen teheran...

nam
nic
min

Tuesday, October 09, 2007

ab nach teheran...

es ist wieder soweit, ich fahre wieder nach teheran, allerdings mit frau und kind diesmal... wir sind noch gar nicht dazu gekommen, so etwas wie nervösität zu empfinden, weil noch soviel vor der reise erledigt werden musste, beruflich und privat...
langsam werde ich aber nervös, weil dieser bahnstreik der lokfürhrer seinen vorläufigen höhepunkt ausgerechnet am tage unserer abreise erreicht. wir fahren nämlich mit dem bahnzubringer nach hamburg und dann direkt nach teheran. die günstigste und beste variante. lufthansa nimmt fast das dreifache... naja, falls die sich nicht einigen, werden wir wohl in den saueren apfel beissen und mit dem auto nach hamburg fahren...
das wetter in teheran ist momentan super, 25-26 grad am tage und sonnenschein...
wen es interessiert, wir werden auch aus der achse des bösen berichten, soweit wir internetzugang haben... alles nicht so einfach manchmal aber normalerweise doch möglich...

nam

Sunday, September 09, 2007

israelische nazi's

ja gibt's denn sowas?
israelische nazis???? wenn es nicht im spiegel.de gestanden hätte, hätte ich mich totgelacht... oder hat die al qaida spiegel.de geknackt???

HMMM...

nam

Saturday, May 19, 2007

lange ist es her...

ich komme einfach nicht mehr dazu, hier alles festzuhalten... zuviel zutun, zu wenig zeit und die verbringe ich am liebsten mit meiner kleinen familie anstatt zu tippen... ;-)

aber eine lustige geschichte hab ich gestern im icon gehört, wo ich vor einer überschaubaren menge spielen durfte:

es gab vor jahren einen typen, der florian hiess und sich alle möglichen netten dj namen wie flogressive (sehr originell für flo + progressive!) und später x:flow (ausfluss???) gab. dieser nette herr bat mich mal, meine night drive abende eröffnen zu dürfen und obwohl ich das am liebsten selber gemacht habe, stimmte ich zu... ein fehler, wie es sich herausstellen sollte, denn der herr stellte auf einmal ansprüche wie geld und promotion... hmmmm... in zeiten knapper kassen war das natürlich nicht gerade clever, denn ob die erste stunde von ihm oder mir beschallt wurde, war totall wurscht... er wurde also clubseitig abgesägt und ab da durfte ich lauter rachefeldzüge von dem kerl über mich ergehen lassen. etwa eine besprechung der classic dance traxx, wo er quasi mich für alles schlechte verantwortlich machte und wie ich gestern im icon erfuhr, dass ich auf der toilette koks verticken würde... HAHAHAHAHAHAH!!!

frage: was macht man mit so einem totalausfall?

die einzige antwort, die mir da einfällt: mitleid haben...

mein blog soll nicht hier zu einer cyber-klage-mauer verkommen, aber lustig fand ich das schon...

womit ich mein geld neben prostitution eigentlich mache, ist übrigens uran.

;-)

have a nice weekend!

nam