Vier wochen sind schon um und die letzten vier tage werden erfahrungsgemaess blitzschnell vorbeigehen. Ich habe sehr viel erlebt und interessante menschen kennengelernt. Sehr wertvoll fuer mich ist, dass ich einige male alleine unterwegs war und sowas wie ein gefuehl fuer diese riesenmetropole entwickelt habe. Ich bin nicht mehr vollkommen fremd in der stadt, die mein sprungbrett in diese verrueckte, schoene welt gewesen ist. Natuerlich bin ich meilenweit davon entfernt, mich als einheimischer zu fuehlen. Das hauptproblem ist das lesen. In banken oder bueros verstehe ich meistens wirklich nur bahnhof. Heute in der bank bat mich ein aelterer herr, der seine brille nicht dabei hatte, ihm ein wort vorzulesen. Er wollte sicher gehen, dass er es richtig gelesen hat. "mein farsi ist nicht gut" meinte ich und er guckte mich komisch an, von wegen der ist doch wohl nicht analphabet??? Ich erklaerte ihm die misere, dass ich in berlin lebe und zwar sehr lange schon. Es war peinlich. Aber anscheinend hatte er auf so einen moment nur gewartet und flehte mich an, nie wieder nach iran zu ziehen. Zu besuch ja, aber nicht hier leben. Ein paar wochen, einen monat lang ja… "wenn du herziehst, kriegst du depressionen, mein junge..." er war resigniert, erzaehlte mir von der schlechten zahlungsmoral und irgendwelchen geplatzten schecks…
Das konterkariert etwas mit meinen plaenen fuer die ferne zukunft … ich kann mir naemlich gut vorstellen, mein lebensabend hier zu verbringen. Allerdings bin ich hier in der bequemen situation, dass ich jederzeit das weite suchen kann, dank meiner deutschen staatsangehoerigkeit. Ist schon ne andere baustelle.
Im naechsten fruehjahr moechte mit meiner besseren haelfte Nicole eine reise hierher machen, damit sie sich ein eigens bild machen kann. Mal schauen, was dann passiert…
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