Monday, August 08, 2005

DIVA

Als wir vom kaspischen meer zurueckfuhren, haben meine schwestern und mariam, eine verwandte von uns gemeinsam mehrere lieder gesungen. Eines dieser allesamt wirklich bezaubernden lieder hat mich wirklich umgehauen, so dass ich meine mutter fragen musste, wer der/die interpret/in wohl ist. "eine freundin von mir" meinte sie ganz stolz und erst dachte ich, sie nimmt mich auf den arm (Spaeter hat tante parwaneh mich aufgeklaert, dass sie frueher ein megastar gewesen ist, ungefaehr wie mariah carey weit vor ihrem nervenzusammenbruch).
Ich werde bewusst weder ihren namen noch irgendeinen titel von ihr hier nennen, weil ich nicht will, dass sie eventuell stress bekommt.
Anyway, meine mama meinte, es waere kein problem, sie mir vorzustellen und dass sie auch privat ihre songs anstimmt. Begeistert bat ich sie, einen treffen zu organisieren.

Heute war es nun soweit. Sie kam mit ihrem mann und wir wurden uns vorgestellt. Eine vollblutsaengerin.
Nach einem kleinen smalltalk erzaehlte meine mom, dass ich auch in der musikbranche taetig bin. Sie hoerte sich geduldig meine beschreibungen von dem, was ich so treibe, an und war neugierig, etwas von mir hoeren.
Also holte ich die letzten sachen, die ich gemacht habe und spielte ihr einen housetrack vor. Sofort sprudelten WIRKLICH schoene gedichte vom persischen dichter hafez zu meiner musik. Ich kann das gar nicht beschreiben, was das in mir ausgeloest hat. pure freude beschreibt das wohl am besten. Als ob man nach einer langen reise endlich an einem schoenen ort angekommen ist. Beim naechsten track trieb sie mir ungelogen die traenen in die augen und ich bin nun wirklich nicht nah am wasser gebaut.
Vorsichtig fragte ich, ob sie sich vorstellen kann, gemeinsam mit mir was zu machen. ihre antwort aber holte mich sofort auf den harten boden der tatsachen zurueck. "vorstellen kann ich mir das schon, aber wenn das rauskommt, kann ich hier einpacken." Selbst wenn sie im ausland veroeffentlicht, ist ihre arbeit hier gefaehrdet.
Sie gibt hier konzerte mit teils karitativem character. Frauen duerfen konzerte geben hier, jawohl, aber nur frauen duerfen hin, um sich den gesang anzuhoeren. Sie meinte neulich in einem konzert von ihr haetten sich zwei maenner peruecken, make up und falsche fingernaegel verpasst, um ihrem gesang lauschen zu koennen, sind aber bloederweise erwischt worden.
so sieht es aus hier, in der islamischen republik iran. Aus irgendeinem grund hat man angst vor den frauen. ich hoffe, dass sich das eines tages aendert und wir wie ueberall auf der welt gemeinsam geschlechtsunspezifisch musizieren koennen. Enshallah!!!

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